Fast drei Tage war ich nicht zu Hause gewesen. Wie sonst auch nahm ich das Taxi von der U-Bahn zum Campus. Doch diesmal hielt der Fahrer auf halben Weg mitten auf der Straße an und meinte wir wären da. Irritiert schaute ich aus dem Fenster und konnte kaum glauben, was ich sah: Wasser, vor und neben unserem Wagen, überall war Wasser. In den letzten Tagen musste es so heftig geregnet haben, dass die Abwasserkanäle komplett überfordert sind. Allen anderen Stadtteile, in denen ich in den letzten Tagen in Shanghai unterwegs war – und das waren einige - war nichts anzumerken gewesen. Die Ubahn fuhr ohne Probleme und auch sonst hatte niemand etwas Derartiges erwähnt.
So stand ich nun mitten auf der Straße wie auf einer kleinen Insel umgeben von Wasser. Einerseits war ich ziemlich erschrocken, andererseits total fasziniert und aufgeregt. Als erstes holte ich den Fotoapparat raus, machte die ersten Bilder und fing dann an zu überlegen, wie ich zum noch trocken gelegenen Gehweg kommen kann. Mir blieb nichts anderes übrig als durchs knietiefe Wasser zu waten.
Auf dem Campus sah es ähnlich aus. So gut wie alle Straßen standen unter Wasser. Autos sprangen nicht mehr an. Einige hatte es so schlimm getroffen, dass nur noch das Dach zu sehen war.
Mein Zimmer liegt im Erdgeschoss, fiel mir plötzlich ein. Ich beeilte mich um schnell nach Hause zu kommen und ging gedanklich durch, was alles auf dem Fußboden liegt. Doch ich hatte Glück. Unser Wohnheim liegt etwas erhöht und somit im Trockenen. Meine Mitbewohnerin warnte mich gleich vor. Seit Freitag wird tagsüber der Strom abgestellt.
heeey, ist ja krass.... da erlebst du ja richtig was... und außerdem kriegt man gleich mal wieder zu schätzen, wofür strom wirklich wichtig ist und wie selbstverständlich der für uns manchmal ist... lg aus hh
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