Nachdem meine Kurse an der Uni vorbei sind und das nervige Kontrollieren der handschriftlichen Hausaufgaben meiner 60 Studenten durch die Online-Abgaben endlich entfallen ist, habe ich stark an Freizeit gewonnen. Reisen kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein und geht auch ins Geld, daher habe ich mich nach einer Alternative umgesehen.
Im Sommer wird es hier für gewöhnlich ganz schön heiß, viele der „Langnasen“ fliehen deshalb für einige Wochen zurück in ihre Heimat. Ich habe zwar noch nie wirklich Theater gespielt oder Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, trotzdem bin ich jetzt einen Monat lang die Vertretung für die Leiterin der Theatergruppe am Goetheinstitut in Shanghai. Die Gruppe ist überschaubar klein und mit Begeisterung dabei. Die meisten Studenten lernen seit etwa einem Jahr Deutsch. Es ist wirklich schwierig, die richtigen Worte zum erklären zu finden. Aber mit unterstützenden Gesten und Bildern klappt es meistens ganz gut.
Wir haben schon vieles zum Bühnenbild und zur Regie erarbeitet. Es ist wirklich schade, dass ich zum Zeitpunkt der Aufführung schon wieder in Deutschland sein werde.
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