Meine Familie ist heil in Deutschland angekommen und ich bin auch wieder in meine kleine WG zurückgekehrt. Nach dem ganzen Reisen, dem ständigen Kofferpacken und von Hotel zu Hotel ziehen, hatte ich dringend das Bedürfnis nach etwas Pause. Daher bleibt mein Koffer schon das zweite WE am Stück in der Ecke stehen und ich genieße es, einfach mal nur in Shanghai unterwegs zu sein.
Ich muss zugeben, dass mir diese Stadt bis jetzt am besten gefällt. Zwar groß und laut, aber doch sehr abwechslungs- und kontrastreich. Hier steht modernes und traditionelles, neues und altes, heruntergekommenes direkt nebeneinander. Neben dem klassischen Unterhaltungsangebot für Chinesen (Internet, Shopping und Essen) gibt es auch jede Menge für den westlichen Geschmack: Bars, Kneipen, Clubs, Kunst, Kino...
Vor kurzem habe ich mir den neuen Harry Potter-Film angeschaut. Die DVD an der nächsten Straßenecke zu kaufen wäre zwar deutlich billiger gewesen, aber chinesisches Kino hat schon was. Die erste Viertelstunde war in 3D, es gab keine Werbung und trotz der Überlänge auch keine nervige Pause.
Draußen vor der Tür (beim Nike-Laden) drängelten sich in der Zeit die Massen um Kobe Bryant zu erleben. Mir, dem größten "Sport-im-Fernsehen"-Muffel, war der Name völlig unbekannt, aber in China ist er der Basketballgott. Ich glaube, es gibt keinen Sportler der beliebter ist. Wer hätte gedacht, dass die nicht sonderlich großwüchsigen Chinesen dermaßen auf Basketball abfahren...
Quer durch China
Endlich war der langerwartete Besuch aus Deutschland da. Die Tour durch China konnte beginnen.
Als erstes musste ich natürlich Shanghai zeigen: Es ging hinauf aufs World Financial Center, in den Yu-Garten, auf den Stoffmarkt um Kleidung schneidern zu lassen und natürlich zu meiner Uni und meinem momentanen zu Hause.
Die nächste Station war Peking oder Beijing, wie man hier sagt. Durch Bestechung konnten wir die lange Warteschlange zum Moa-Zedong-Mausoleum umgehen. Streng durchorganiesert lief man durch das Mausoleum: Nicht stehen bleiben, keine Lücken zum Vordermann lassen und nur in Zweierreihen gehen. Nach wenigen Minuten war der Spaß dann schon vorbei.
Anschließend ging es mit einem Touristenführer durch die Verbotene Stadt. Einige Teile der Geschichte waren mir schon aus der Uni bekannt, sind aber immer wieder spannend. Der Sommerpalast, am See auf einem Hügel gelegen umgeben mit vielen Parkanlagen, gefiel mir jedoch deutlich besser.
Unser Ausflug zur Großen Mauer war nicht sonderlich geglückt. Die Fahrt mit dem Taxi ging erstaunlich schnell und wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Nach 120 km kamen wir bei Regen an. Auf der Mauer betrug die Sichtweite nur wenige Meter. Die atemberaubende Landschaft, wegen der wir extra weiter rausgefahren sind als nötig, konnte nur erahnt werden.
Unser nächstes Ziel war Suzhou, eine Stadt mit vielen traditionellen chinesischen Gärten. Von den Irrwegen im Löwengarten ließen wir uns nicht kleinkriegen und fanden schließlich nach einigem Suchen zum Ausgang zurück.
Außerdem ging es nach Tongli, eine Kanalstadt, die wenig von dem modernen China mitbekommen hat. Am Kanal wurde Wäsche gewaschen, Fische ausgenommen und Essen zubereitet. Die Häuser waren klein, alt und eher verkommen. Es ist erstaunlich, dass es Stromanschlüsse für die Farbfernseher gab. Die Mittagshitze machte uns ganz schön zu schaffen. Nicht einmal ein Windhauch half, es fühlte sich so an, als würde uns jemand einen überdimensionalen Föhn vors Gesicht halten. Temperaturen über vierzig Grad sind einfach nicht angenehm.
Als erstes musste ich natürlich Shanghai zeigen: Es ging hinauf aufs World Financial Center, in den Yu-Garten, auf den Stoffmarkt um Kleidung schneidern zu lassen und natürlich zu meiner Uni und meinem momentanen zu Hause.
Die nächste Station war Peking oder Beijing, wie man hier sagt. Durch Bestechung konnten wir die lange Warteschlange zum Moa-Zedong-Mausoleum umgehen. Streng durchorganiesert lief man durch das Mausoleum: Nicht stehen bleiben, keine Lücken zum Vordermann lassen und nur in Zweierreihen gehen. Nach wenigen Minuten war der Spaß dann schon vorbei.
Anschließend ging es mit einem Touristenführer durch die Verbotene Stadt. Einige Teile der Geschichte waren mir schon aus der Uni bekannt, sind aber immer wieder spannend. Der Sommerpalast, am See auf einem Hügel gelegen umgeben mit vielen Parkanlagen, gefiel mir jedoch deutlich besser.
Unser Ausflug zur Großen Mauer war nicht sonderlich geglückt. Die Fahrt mit dem Taxi ging erstaunlich schnell und wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Nach 120 km kamen wir bei Regen an. Auf der Mauer betrug die Sichtweite nur wenige Meter. Die atemberaubende Landschaft, wegen der wir extra weiter rausgefahren sind als nötig, konnte nur erahnt werden.
Unser nächstes Ziel war Suzhou, eine Stadt mit vielen traditionellen chinesischen Gärten. Von den Irrwegen im Löwengarten ließen wir uns nicht kleinkriegen und fanden schließlich nach einigem Suchen zum Ausgang zurück.
Außerdem ging es nach Tongli, eine Kanalstadt, die wenig von dem modernen China mitbekommen hat. Am Kanal wurde Wäsche gewaschen, Fische ausgenommen und Essen zubereitet. Die Häuser waren klein, alt und eher verkommen. Es ist erstaunlich, dass es Stromanschlüsse für die Farbfernseher gab. Die Mittagshitze machte uns ganz schön zu schaffen. Nicht einmal ein Windhauch half, es fühlte sich so an, als würde uns jemand einen überdimensionalen Föhn vors Gesicht halten. Temperaturen über vierzig Grad sind einfach nicht angenehm.
Auf Reisen - Qingdao
Wenn man auf Dauer über Dreizig Grad im Schatten hat, wünscht man sich nichts sehnlicher als Strand und Meer. Da Qingdao für schöne Strände berüchtigt ist, beschlossen wir dorthin zu fliegen.
Das Städtchen ist wirklich süß. Es gibt viel Grün, die Luft ist frisch, der Verkehr deutlich ruhiger und entspannter als in Shanghai. Die Altstadt sieht erstaunlich vertraut aus: es gibt Fachwerkhäuser, Kirchen.... Spuren, die die Deutschen während ihrer Besetzungszeit hinterließen. Natürlich durfte eine Brauerei damals nicht fehlen, schließlich gab es bis dorthin noch kein Bier in China. Heutzutage ist das Tsingtao-Bier eines der beliebtesten und bekanntesten Biere in China bzw. Asien. Bei der Besichtigung der Brauerei wird schnell klar, warum das Bier hier anders schmeckt - zu den Zutaten gehört auch Reis.
Beim Bummeln durch die Stadt wurden wir ständig beobachtet und fotografiert. Sogar in vorbeifahrenden Bussen klebten die Insassen an den Scheiben und zeigten mit Fingern auf uns. Am Strand waren wir mehr oder weniger die einzigen im Bikini und zogen die Blicke aller Badegäste auf uns, wie die Affen im Zoo. Eine Mutter kam sogar mit ihrem Kind vorbei, damit es uns besser sehen konnte. Freundlich lächelnd ließen uns ein paar mal fotografieren und machten uns dann aber schnell vom Acker. Ist Shanghai doch schön, wo man ungestört auf der Straße umherlaufen kann...
Das Städtchen ist wirklich süß. Es gibt viel Grün, die Luft ist frisch, der Verkehr deutlich ruhiger und entspannter als in Shanghai. Die Altstadt sieht erstaunlich vertraut aus: es gibt Fachwerkhäuser, Kirchen.... Spuren, die die Deutschen während ihrer Besetzungszeit hinterließen. Natürlich durfte eine Brauerei damals nicht fehlen, schließlich gab es bis dorthin noch kein Bier in China. Heutzutage ist das Tsingtao-Bier eines der beliebtesten und bekanntesten Biere in China bzw. Asien. Bei der Besichtigung der Brauerei wird schnell klar, warum das Bier hier anders schmeckt - zu den Zutaten gehört auch Reis.
Beim Bummeln durch die Stadt wurden wir ständig beobachtet und fotografiert. Sogar in vorbeifahrenden Bussen klebten die Insassen an den Scheiben und zeigten mit Fingern auf uns. Am Strand waren wir mehr oder weniger die einzigen im Bikini und zogen die Blicke aller Badegäste auf uns, wie die Affen im Zoo. Eine Mutter kam sogar mit ihrem Kind vorbei, damit es uns besser sehen konnte. Freundlich lächelnd ließen uns ein paar mal fotografieren und machten uns dann aber schnell vom Acker. Ist Shanghai doch schön, wo man ungestört auf der Straße umherlaufen kann...
Auf Reisen - Xi'an und der Hua Shan
Nach meinem Besuch im Krankenhaus blieb mir nur wenig Zeit um mich zu erholen. Bereits am nächsten Tag ging es zur Uni um mit den Studenten das Wichtigste der Woche zu wiederholen und neue hilfreiche Dinge zu vermitteln. Im Anschluss fuhr ich gleich mit dem Taxi zum Flughafen nach Xi'an. Da dies die Heimatstadt meiner hiesigen Mitbewohnerin ist, wurde ich von einem Freund der Familie in Empfang genommen und zum Hostel gebracht, wo ich auf Freunde wartete, die einen späteren Flug genommen hatten.
Am Folgetag wurden die Altstadt und die Stadtmauer mit dem Fahrrad erkundet. Auf den ersten Blick mag das gefährlich erscheinen, denn es gibt im Straßeverkehr kaum Regeln an die sich gehalten wird. Rote Ampeln und Verkkehrsschilder werden ignoriert, auch der Standstreifen und Radweg wird zum überholen genutzt und wer schneller oder größer ist hat Vorrang. Wenn man sich jedoch erst einmal an den chaotischen, vorschriftsfreien Verkehr gewöhnt hat, stellt man fest, dass die Autofahrer äußerst aufmerksam und jederzeit bremsbereit sind.
Abends wurden wir sechs von der Familie meiner Mitbewohnerin, die leider in Shanghai geblieben ist, zum Abendessen in eins der besten Restaurants der Stadt ausgeführt, wo uns lokale Köstlichkeiten serviert wurden - sehr, sehr lecker.
Wenn man in Xi'an ist, darf man es natürlich nicht verpassen, die Tonarmee zu sehen. Nach einigem Verhandeln hatten wir sogar unseren persönlichen Reiseführer, der uns durch das Gelände des Museums führte. Es war schon sehr beeindruckend, so viele Soldaten zu sehen. Keiner glich dem anderen, die Gesichtszüge, Haare, Kleidung, alles war unterschieldich. Es gab nicht nur Soldaten aus Ton sondern, einige der Figuren waren aus Bronze, außerdem gibt es Tänzer, Akrobaten und ähnliches. Erst im Mai wurde mit weiteren Ausgrabungen begonnen, die wir leider nicht beobachteten konnten, da gerade Mittagspause war - und die geht in China über Stunden.
Der Höhepunkt der Reise war für mich jedoch der Ausflug zum Hua Shan, einem Berg mit äußerst steilen Hängen. Über steile, schmale Treppen erklommen wir einige der Gipfel und konnten trotz Anstrengungen - denn es ist hier nach wie vor ganz schön warm - einen herrlichen Ausblick genießen.
Am Folgetag wurden die Altstadt und die Stadtmauer mit dem Fahrrad erkundet. Auf den ersten Blick mag das gefährlich erscheinen, denn es gibt im Straßeverkehr kaum Regeln an die sich gehalten wird. Rote Ampeln und Verkkehrsschilder werden ignoriert, auch der Standstreifen und Radweg wird zum überholen genutzt und wer schneller oder größer ist hat Vorrang. Wenn man sich jedoch erst einmal an den chaotischen, vorschriftsfreien Verkehr gewöhnt hat, stellt man fest, dass die Autofahrer äußerst aufmerksam und jederzeit bremsbereit sind.
Abends wurden wir sechs von der Familie meiner Mitbewohnerin, die leider in Shanghai geblieben ist, zum Abendessen in eins der besten Restaurants der Stadt ausgeführt, wo uns lokale Köstlichkeiten serviert wurden - sehr, sehr lecker.
Wenn man in Xi'an ist, darf man es natürlich nicht verpassen, die Tonarmee zu sehen. Nach einigem Verhandeln hatten wir sogar unseren persönlichen Reiseführer, der uns durch das Gelände des Museums führte. Es war schon sehr beeindruckend, so viele Soldaten zu sehen. Keiner glich dem anderen, die Gesichtszüge, Haare, Kleidung, alles war unterschieldich. Es gab nicht nur Soldaten aus Ton sondern, einige der Figuren waren aus Bronze, außerdem gibt es Tänzer, Akrobaten und ähnliches. Erst im Mai wurde mit weiteren Ausgrabungen begonnen, die wir leider nicht beobachteten konnten, da gerade Mittagspause war - und die geht in China über Stunden.
Der Höhepunkt der Reise war für mich jedoch der Ausflug zum Hua Shan, einem Berg mit äußerst steilen Hängen. Über steile, schmale Treppen erklommen wir einige der Gipfel und konnten trotz Anstrengungen - denn es ist hier nach wie vor ganz schön warm - einen herrlichen Ausblick genießen.
Ereignis des Tages
Ich habe keine Ahnung woher sie kam, aber heute hatten wir eine etwa 5 cm große Schabe (gemessen ohne Fühler, Füße, etc.) in unserem Zimmer. Ich habe das Tierchen erst bemerkt, als meine Zimmergenossin und ihre Freundinnen zu kreischen anfingen und auf den nächstbesten Stuhl sprangen oder panikartig das Zimmer verließen. Die Aufgabe, den ungebetenen Gast aus dem Zimmer zu befördern, wurde somit mir überlassen. Mit Besen und Aufnehmer bewaffnet, wurde die Schabe schließlich vor die Tür gekehrt. Ein Glück, dass wir im Erdgeschoss gleich neben dem Eingang wohnen.
Im Krankenhaus
Nachdem ich in Nanjing etwas falsches gegessen hatte und den Rückweg nach Shanghai erstaunlicherweise irgendwie überstanden hatte, entschied ich mich notgedrungen am nächsten Tag einen Arzt aufzusuchen. Zum Glück haben wir ein Krankenhaus auf dem Campus und eine Freundin bot sich an mich zu begleiten. Das Gebäude schien relativ neu zu sein, die Ärzte trugen weiße Kittel und alles war überraschend sauber. Hygiene ist hier im Allgemeinen anders als das, was ich von zu Hause gewohnt bin.
Ganz am Anfang bekam ich ein Buch, in dem zukünftig meine Krankengeschichte festgehalten wird. Ohne zu warten ging es gleich weiter zur Ärztin. Ich wurde abgetastet, dann gingen wir sämtlich Sachen durch, die ich am Vortag gegessen habe - höchstwahrscheinlich lags am Omelette. Anschließend bekam ich ein paar Tabletten verschrieben, Empfehlungen für Verhalten und Ernährung für die nächsten Tage und eine Krankschreibung. Da die Apotheke auch gleich im Haus war, dauerte das ganze nicht einmal eine halbe Stunde und kostete mich insgesamt 2 Euro. Nach zwei Tagen war ich wieder fit genug um nach Xi'an zu fliegen.
Ganz am Anfang bekam ich ein Buch, in dem zukünftig meine Krankengeschichte festgehalten wird. Ohne zu warten ging es gleich weiter zur Ärztin. Ich wurde abgetastet, dann gingen wir sämtlich Sachen durch, die ich am Vortag gegessen habe - höchstwahrscheinlich lags am Omelette. Anschließend bekam ich ein paar Tabletten verschrieben, Empfehlungen für Verhalten und Ernährung für die nächsten Tage und eine Krankschreibung. Da die Apotheke auch gleich im Haus war, dauerte das ganze nicht einmal eine halbe Stunde und kostete mich insgesamt 2 Euro. Nach zwei Tagen war ich wieder fit genug um nach Xi'an zu fliegen.
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