Die letzten Tage in Shanghai gehen vorbei. Nun heißt es die restlichen Besorgungen machen und natürlich von den hier lieb gewonnenen Menschen Abschied nehmen. Viele sind bereits vor mir abgereist; nach Deutschland, in die USA oder zurück zu ihrer Familie in China. Im Wohnheim ist wieder Ruhe eingekehrt. Es gibt keine besetzten Waschmaschinen, die Duschen sind immer frei und niemand kommt mir auf dem Flur entgegen. Die meisten Läden auf dem Campus sind geschlossen und die Studentenmassen sind verschwunden.
Auch meine Koffer sind gepackt. Morgen geht es in den Süden Chinas. Erst nach Hong Kong und dann, nach einem Abstecher nach Guilin mit den (hoffentlich) wunderschönen Zuckerhutbergen, auf die Insel Hainan.
Reiseberichte werden leider ausfallen, denn die Internetzensur hat auch meinen Blog erwischt. Deshalb heißt es jetzt auch hier: Zaijian, good bye, auf Wiedersehen. Auf ein Wiedersehen in Deutschland in einigen Tagen. Ich freue mich schon ;-)
Mein neuer Job
Nachdem meine Kurse an der Uni vorbei sind und das nervige Kontrollieren der handschriftlichen Hausaufgaben meiner 60 Studenten durch die Online-Abgaben endlich entfallen ist, habe ich stark an Freizeit gewonnen. Reisen kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein und geht auch ins Geld, daher habe ich mich nach einer Alternative umgesehen.
Im Sommer wird es hier für gewöhnlich ganz schön heiß, viele der „Langnasen“ fliehen deshalb für einige Wochen zurück in ihre Heimat. Ich habe zwar noch nie wirklich Theater gespielt oder Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, trotzdem bin ich jetzt einen Monat lang die Vertretung für die Leiterin der Theatergruppe am Goetheinstitut in Shanghai. Die Gruppe ist überschaubar klein und mit Begeisterung dabei. Die meisten Studenten lernen seit etwa einem Jahr Deutsch. Es ist wirklich schwierig, die richtigen Worte zum erklären zu finden. Aber mit unterstützenden Gesten und Bildern klappt es meistens ganz gut.
Wir haben schon vieles zum Bühnenbild und zur Regie erarbeitet. Es ist wirklich schade, dass ich zum Zeitpunkt der Aufführung schon wieder in Deutschland sein werde.
Im Sommer wird es hier für gewöhnlich ganz schön heiß, viele der „Langnasen“ fliehen deshalb für einige Wochen zurück in ihre Heimat. Ich habe zwar noch nie wirklich Theater gespielt oder Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, trotzdem bin ich jetzt einen Monat lang die Vertretung für die Leiterin der Theatergruppe am Goetheinstitut in Shanghai. Die Gruppe ist überschaubar klein und mit Begeisterung dabei. Die meisten Studenten lernen seit etwa einem Jahr Deutsch. Es ist wirklich schwierig, die richtigen Worte zum erklären zu finden. Aber mit unterstützenden Gesten und Bildern klappt es meistens ganz gut.
Wir haben schon vieles zum Bühnenbild und zur Regie erarbeitet. Es ist wirklich schade, dass ich zum Zeitpunkt der Aufführung schon wieder in Deutschland sein werde.
Morakot oder warum es keinen Sonnenschein gibt
Eigentlich sollte es jetzt verdammt heiß sein und die Sonne müsste scheinen. Stattdessen haben wir nur knapp 30°C, bewölkten grauen Himmel, täglich Regen, öfters Sturm und das schon seit mehreren Tagen.
Unser letzter Ausflug ins gelbe Gebirge war auch eher feucht als fröhlich. Von den Gipfeln sollte man eine schöne Sicht über den Wolken haben und es heißt, dass man den Sonnenaufgang dort nie vergisst. Wir befanden uns jedoch mitten in der Wolke, die Sichtweite betrug nur wenige Meter und die Sonne konnte man nicht einmal erahnen. Am spannendsten war es daher den dort lebenden Affen zuzuschauen, die sich um das Essen der Touristen stritten. Hin und wieder waren die Sturmböen so stark, dass sie für einen kurzen Moment die Wolken vertrieben und wir alle hektisch den Fotoapparat herausholten um die Sicht auf die entfernten Gipfel festzuhalten. Die Bergspitzen sehen tatsächlich so aus wie auf vielen chinesischen Bildern. Bloß dass es bei uns von in gelben Plasteponchos eingepackten Chinesen wimmelte und stark regnete.
Schuld an diesem andauernden Unwetter und auch an den vielen Überschwemmungen (s.u.) ist der Taifun Morakot, der sich gerade entlang der chinesischen Südküste bewegt und bereits auf den Philippinen und Taiwan wütete.
Ich kann es gar nicht mehr erwarten wieder die Sonne zu sehen. Ich will bald ans Meer und den Strand genießen. Wann wird es nur endlich wieder Sommer?
Unser letzter Ausflug ins gelbe Gebirge war auch eher feucht als fröhlich. Von den Gipfeln sollte man eine schöne Sicht über den Wolken haben und es heißt, dass man den Sonnenaufgang dort nie vergisst. Wir befanden uns jedoch mitten in der Wolke, die Sichtweite betrug nur wenige Meter und die Sonne konnte man nicht einmal erahnen. Am spannendsten war es daher den dort lebenden Affen zuzuschauen, die sich um das Essen der Touristen stritten. Hin und wieder waren die Sturmböen so stark, dass sie für einen kurzen Moment die Wolken vertrieben und wir alle hektisch den Fotoapparat herausholten um die Sicht auf die entfernten Gipfel festzuhalten. Die Bergspitzen sehen tatsächlich so aus wie auf vielen chinesischen Bildern. Bloß dass es bei uns von in gelben Plasteponchos eingepackten Chinesen wimmelte und stark regnete.
Schuld an diesem andauernden Unwetter und auch an den vielen Überschwemmungen (s.u.) ist der Taifun Morakot, der sich gerade entlang der chinesischen Südküste bewegt und bereits auf den Philippinen und Taiwan wütete.
Ich kann es gar nicht mehr erwarten wieder die Sonne zu sehen. Ich will bald ans Meer und den Strand genießen. Wann wird es nur endlich wieder Sommer?
Unterwasser
Fast drei Tage war ich nicht zu Hause gewesen. Wie sonst auch nahm ich das Taxi von der U-Bahn zum Campus. Doch diesmal hielt der Fahrer auf halben Weg mitten auf der Straße an und meinte wir wären da. Irritiert schaute ich aus dem Fenster und konnte kaum glauben, was ich sah: Wasser, vor und neben unserem Wagen, überall war Wasser. In den letzten Tagen musste es so heftig geregnet haben, dass die Abwasserkanäle komplett überfordert sind. Allen anderen Stadtteile, in denen ich in den letzten Tagen in Shanghai unterwegs war – und das waren einige - war nichts anzumerken gewesen. Die Ubahn fuhr ohne Probleme und auch sonst hatte niemand etwas Derartiges erwähnt.
So stand ich nun mitten auf der Straße wie auf einer kleinen Insel umgeben von Wasser. Einerseits war ich ziemlich erschrocken, andererseits total fasziniert und aufgeregt. Als erstes holte ich den Fotoapparat raus, machte die ersten Bilder und fing dann an zu überlegen, wie ich zum noch trocken gelegenen Gehweg kommen kann. Mir blieb nichts anderes übrig als durchs knietiefe Wasser zu waten.
Auf dem Campus sah es ähnlich aus. So gut wie alle Straßen standen unter Wasser. Autos sprangen nicht mehr an. Einige hatte es so schlimm getroffen, dass nur noch das Dach zu sehen war.
Mein Zimmer liegt im Erdgeschoss, fiel mir plötzlich ein. Ich beeilte mich um schnell nach Hause zu kommen und ging gedanklich durch, was alles auf dem Fußboden liegt. Doch ich hatte Glück. Unser Wohnheim liegt etwas erhöht und somit im Trockenen. Meine Mitbewohnerin warnte mich gleich vor. Seit Freitag wird tagsüber der Strom abgestellt.
So stand ich nun mitten auf der Straße wie auf einer kleinen Insel umgeben von Wasser. Einerseits war ich ziemlich erschrocken, andererseits total fasziniert und aufgeregt. Als erstes holte ich den Fotoapparat raus, machte die ersten Bilder und fing dann an zu überlegen, wie ich zum noch trocken gelegenen Gehweg kommen kann. Mir blieb nichts anderes übrig als durchs knietiefe Wasser zu waten.
Auf dem Campus sah es ähnlich aus. So gut wie alle Straßen standen unter Wasser. Autos sprangen nicht mehr an. Einige hatte es so schlimm getroffen, dass nur noch das Dach zu sehen war.
Mein Zimmer liegt im Erdgeschoss, fiel mir plötzlich ein. Ich beeilte mich um schnell nach Hause zu kommen und ging gedanklich durch, was alles auf dem Fußboden liegt. Doch ich hatte Glück. Unser Wohnheim liegt etwas erhöht und somit im Trockenen. Meine Mitbewohnerin warnte mich gleich vor. Seit Freitag wird tagsüber der Strom abgestellt.
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