Tempel Jing'an



Heute habe ich zum ersten Mal einen buddhistischen Tempel betreten und festgestellt, wie wenig vertraut mir diese Religion ist.
Der Innenhof ist deutlich größer, als man es von außen erwartet hätte. Sehr viele Gläubige kommen zum Beten, nehmen Räucherstäbchen und richteten sich gen verschiedenen Himmelsrichtungen oder gehen eine der Gebetshallen zu den riesigen Buddhastatuen, von denen es verschieden Versionen gibt und die vermutlich unterschiedliche Bedeutungen haben. Dass der Name des Tempels übersetzt Tempel der Ruhe heißt, würde man wahrscheinlich nicht vermuten. Überall werfen Menschen mit Münzen nach Statuen um sich einen Wunsch erfüllen zu lassen. Mönche durchschreiten den Hof mit Instrumenten, gefolgt von Betenden und die vielen Touristen, mit Kameras bewappnet, bewundern die Architektur und die Gebetsrituale. Der Duft der Räucherstäbchen liegt mir immernoch in der Nase.



Entspannung

Zwischen Vorlesungen, Lernen und sämtlichen Stadtentdeckungen darf die Entspannung nicht zu kurz kommen. Daher habe ich mir ein zweistündiges Programm gegönnt: erst eine japanische Ganzkörper-Öl-Massage und anschließend eine traditionelle Fußmassage.
Der Service war super. Wir wurden mit dem Auto von der Ubahn abgeholt, dann gab es Tee zur Begrüßung, bequeme Latschen und Kleidung. Die Massage, zwar hin und wieder etwas schmerzhaft, hat aber sämtliche Verspannungen gelöst. Zusätzlich wurde frisches Obst mit grünem Tee oder frisch gepressten Saft serviert.

Ich hatte das große Glück mir hinterher eine Schröpfmassage anzuschauen. Hierbei werden Verspannungen mittels Unterdruck gelöst. Diese traditionelle Heilmethode soll auch das Immunsystem stärken und sehr effektiv gegen Cellulite sein. Klingt an sich vielversprechend, aber ich werde mir so etwas nie antun. Die Bilder sprechen sicherlich für sich . . .

Grün

Als ich die ersten Male durch Shanghai lief, war ich überrascht, wieviele Grünanlagen und Parks diese Stadt besitzt. Gerade bei Sonnenschein und Hitze - wir hatten schon über 35°C - liebe ich diese kühlen, schattigen Plätze. Die Kombination von Bäumen und Wasser ist eine beliebte Kulisse für Hochzeitsfotos, für die Chinesen gerne ein halbes Vermögen ausgeben.
Gerade abends trifft man besonders viele junge Pärchen an, die sonst kaum ungestörte Plätze für ein Treffen haben.

Obwohl Shanghai eine sehr junge, moderne Stadt ist, kann man hin und wieder einige ältere, typisch chinesische Gebäude und Viertel finden. Eine der Top-Sehenswürdigkeiten Shanghais laut meinem Reiseführer ist der Yuyuan-Garten. Claire (aus Michigan) und ich waren uns einig, diesen Garten müssen wir uns anschauen.
Beim Betreten des Gartens stießen wie auf einen riesigen Basar mit vielen Schnellrestaurants, die sehr exotisches Essen verkaufen und kleine Läden, in denen man sämtlich Trödel und Kitsch erstehen kann. Tausende meist chinesische Touristen bewunderten die traditionellen Gebäude und schossen ein Foto nach dem anderen - ganz nach dem Motto: nur ein Urlaub mit vielen Fotos ist ein guter Urlaub.
Wir beiden waren ziemlich überrascht vom Garten, da wir keine Teiche und Bäume sehen konnten.

Nach einigem Suchen kamen wir dann dich endlich zu den Brücken, die die kleinen Häuschen auf dem Wasser im Zickzack verbinden. Im Wasser schwammen sogar Schildkröten und Karpfen. Am Ende der Brücke befand sich dann der offizielle Eingang der Gärten. Der Eintritt ist für chinesische Verhältnisse ziemlich teuer, daher waren wir einige der wenigen, die sich dieses Vergnügen gönnten. Hinter dem Eingang wurde es schlagartig ruhig, es war nichts mehr von den dem Lärm der umherstreifenden Touristen und laut schreienden Verkäufern zu merken. Überall waren in verwinkelten Ecken hübsche, traditionelle Pavillons, umgeben von Teichen, Felsen, Pinien und Blumen. Mönche beobachteten Kinder beim Füttern der Koikarpfen. Kaum zu glauben, dass Shanghai wirklich ruhige Orte zum Entspannen besitzt.

Shanghai bei Nacht


Gemeinsam mit mehreren SJTU-Stundenten und Austauschstudenten aus Michigan ging es gestern abend in die Innenstadt. Im fünfminutentakt wurde sicher gestellt, dass auch ja niemand unterwegs verloren geht. Nach etwa anderthalb Stunden mit Taxi, Metro und zu Fuß, erreichten wir endlich unser Ziel: eine Bar im 5. Stock eines Gebäudes am Bund. Oben angekommen musste erst einmal 50 RNB (1 € = 9 RNB) Eintritt gezahlt werden und dann konnten wir die herrliche Aussicht bei gut gemixten Longdrinks genießen - selbstverständlich all inclusive ;)

Der 1. Mai

Der erste Mai ist ein landesweiter Feiertag, dem anschließend einige Ferientage folgen. Diese Gelegenheit wird von sehr vielen Chinesen genutzt um zu reisen. Fast ganz China ist unterwegs. Die Großstädter fahren in kleinere Städtchen und im Gegenzug pilgern alle anderen in die Metropolen.
Auch ich habe mir den Trubel nicht entgehen lassen und bin gemeinsam mit Millionen anderen Touristen am Bund entlang spaziert und schließlich in dem neuen Stadtteil Pudong angelangt, wo man unter anderem den Oriental Pearl Tower und das höchste Gebäude der Welt (wenn man Antennen nicht mit einbezieht) bewundern kann. Unten stehend dachte ich mir: bin ich klein ...

SJTU - Shanghai Jiao Tong University

Etwa 40 000 Studenten studieren an der SJTU - einer davon bin ich. Es gibt 2 Standorte: ein alter, traditioneller mitten in Shanghai



und ein relativ neuer Campus am Rand der Stadt.



Hier studiere und wohne ich, wie es 25 000 andere Studenten auch tun. Der Komplex bildet eine eigene Stadt. Es gibt jede Menge Studentenwohnblocks, kleine Läden, Märkte, mehrere Mensen (bis jetzt habe ich fünf entdeckt), Restaurants, ein Hotel, ein Krankenhaus, Parkanlagen, Seen und vieles mehr. Das ganze ist so riesig, dass es Buslinien gibt und Fahrräder sehr beliebt sind, aber auch häufig geklaut werden. Auf dem Gelände hat man die Möglichkeit, ein Fahrrad für mehrere Stunden zu mieten - kostenlos. Leider dauert es etwa zwei bis vier Wochen bis man registriert ist :( Solange heißt es für mich: zu Fuß gehen.