Da Ling bereits vorher zu ihren Eltern gefahren war und musste ich alleine den Zug nehmen. Chinesen sind erfahrungsgemäß sehr hilfsbereit und zuvorkommen, daher hatte ich keinerlei Bedenken. Nach nicht einmal anderthalb Stunden hatte ich die 200 km hinter mir und wurde herzlich von Ling und ihrem Vater empfangen.
Zuerst ging es mit dem Bus zu ihnen nach Hause, wo bereits das Mittagessen wartete. Unterwegs nutze sie die Zeit um mir die Besonderheiten der Stadt zu zeigen. Ich musste jedes Mal schmunzeln, wenn sie Hangzhou als kleinere Stadt bezeichneten, da dort schließlich über 6 Millionen Menschen leben.Die Wohnung gefiel mir, wunderschön eingerichtet, ganz anders als bei uns üblich und über drei Etagen. Von außen hätte ich das nie erwartet.
Wie überall in China üblich machten auch wir nach dem Essen erst einmal ein Nickerchen. Erst danach ging es mit der Besichtigungstour los, bewaffnet mit Schirmen gegen die Sonne, denn blass sein ist in Mode. Obwohl hier ständig die Sonne scheint und ich viel draußen unterwegs bin, habe ich wie immer keinerlei Farbe bekommen und liege somit voll im Schönheitstrend.Wir machten Ausflüge zum Westsee und in die Umgebung.
Da Feiertage waren, kamen abends Verwandte zum Essen. Obwohl außer Ling niemand Englisch konnte, wurde ich überall mit einbezogen und habe jede Menge zu Lachen gehabt.
Danach sind wir gemeinsam am Kaiserkanal, der bis nach Peking verläuft, spazieren gegangen und haben Deutschland und China verglichen. Das war wirklich spannend, da ich nicht nur neues über China erfahren habe, sondern auch Deutschland aus einem anderen Blickwinkel betrachten konnte.Die drei Tage gingen viel zu schnell vorbei. Am Ende bekam ich sogar noch Geschenke für meine Familie mit auf den Weg und wurde gebeten später noch einmal wieder zu kommen. Gastfreundschaft wird hier wirklich groß geschrieben.
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